
Am 15. Juni 2010 übernahm die Katalanische Regierung turnusgemäß von der Lombardei die Präsidentschaft der Vier Motoren für Europa. Katalonien übernimmt die Präsidentschaft in einem Umfeld, in die Suche nach Antworten auf die Probleme der aktuellen Weltwirtschaftskrise drängt. Der Schwerpunkt Kataloniens liegt daher auf einer weiteren Dynamisierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, um den Erholungsprozess sowohl der Mitgliedsregionen als auch Europas als Ganzem zu beschleunigen.
Auch im Jahr der Katalanischen Präsidentschaft arbeiten die Vier Motoren für Europa durch kontinuierlichen Austausch von Erfahrungen, Guten Praktiken und gemeinsame Zusammenarbeit auf gleichen Interessensgebieten weiter am Ausbau ihrer wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und technologischen Führungsrolle in einer Welt, die immer weiter zusammenwächst, sowie am Aufbau eines bürgernäheren Europas und an der Stärkung der Rolle der subnationalen Regierungen
Gleichzeitig möchten wir im Rahmen der internationalen Zielsetzung der Arbeitsgemeinschaft die Lobbyrolle des Netzwerks innerhalb der Europäischen Union stärken und die Internationalisierung über die institutionellen und wirtschaftlichen Missionen im Ausland vorantreiben, wie zum Beispiel im Februar 2010 in Brasilien oder 2011 in Ägypten.
Durch neue Maßnahmen und innovative Projekte möchte Katalonien zur Konsolidierung der durch die Arbeitsgruppen geleisteten Förderung der Zusammenarbeit auf den Gebieten Umwelt, Wissenschaft und Forschung, Bildung, Jugend, Sport sowie Wirtschaft beitragen und in weiteren Bereichen wie Beschäftigung, Kultur oder Informationsgesellschaft Kooperationsanstöße geben.
Schwerpunkte der Katalanischen Präsidentschaft:
> Wirtschaftlicher Anstoß und Stärkung der Rolle der Regionen
Die Wirtschaft und die Stärkung der Rolle der dezentralen Regionen bei deren Dynamisierung machen zwei klare Handlungslinien der Katalanischen Präsidentschaft aus. Gestützt auf den Mehrwert der Arbeitsgemeinschaft, in der vier der dynamischsten Wirtschaftsregionen Europas zusammengeschlossen sind, und auf die wachsende Bedeutung der subnationalen Akteure, strebt die Katalanische Präsidentschaft eine wirtschaftliche Dynamisierung durch gegenseitigen Austausch und Kooperation im Bereich der Schlüsselbranchen der produzierenden Wirtschaft an. Ferner soll der Dialog im Bereich der Innovation und Internationalisierung der Unternehmen gefördert werden, um den Herausforderungen der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage zu begegnen und sich an die Spitze der überregionalen Kooperation zu stellen.
Um diese Ziele zu erreichen, werden drei grundlegende Linien verfolgt:
Internationalisierung der Arbeitsgemeinschaft durch die institutionelle und wirtschaftliche Mission außerhalb Europas und die Zusammenarbeit zwischen den regionalen Wirtschaftsakteuren im Bereich der internationalen Entwicklung.
Innovation durch Förderung der Cluster-Debatte und des Innovationsdialogs unter den Mitgliedsregionen sowie die Projektentwicklung durch externe Finanzierung.
Verbesserungspolitik durch Benchmarking und Austausch Guter Praktiken. Die 4 Motoren als Instrument zum Nachdenken über die Zukunft der regionalen wirtschaftlichen Entwicklung und zur Ausarbeitung von Empfehlungen für die EU.
> Anreize in innovativen Schlüsselbereichen der Zusammenarbeit
Zur Unterstützung der Tätigkeit der verschiedenen Arbeitsgruppen möchte die diesjährige Präsidentschaft Beiträge zu den bereits bestehenden Gebieten der Zusammenarbeit leisten und neue Gebiete wie die Beschäftigung oder die Informationsgesellschaft für die Kooperation erschließen.
Umwelt: Teilnahme am Seminar über die Luftreinhaltung und am Fachseminar über Regulierungsrahmen und Finanzströme des Wasserkreislaufs sowie an der Konferenz der europäischen Regionen zum Klimawandel. Auf internationaler Ebene wird die Aufnahme der Kooperation mit den Vier Motoren des Mercosur im Bereich des Umweltschutzes sowie die Teilnahme am Fachseminar über Umwelttechnologien in Argentinien angestrebt.
Kultur: Förderung gemeinsamer europäischer Projekte, Erfahrungsaustausch im Bereich der Unterhaltungsindustrie, Film und Musik sowie Neuauflage der Kultur-Arbeitsgruppe.
Bildung: Anreize für eine verstärkte Mobilität von Schülern und Studenten und Förderung der Sprachen der Regionen durch Sprachkurse.
Informationsgesellschaft: Gründung einer neuen Arbeitsgruppe zur Informationsgesellschaft, um den Austausch im Bereich der Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien zu fördern. Teilnahme am Forum 2010 “Les interconnectés”.
Einwanderungspolitik: Austausch von Guten Praktiken in der Integrationsförderungspolitik.
Beschäftigung: Erfahrungsaustausch und Teilnahme am Treffen der regionalen Regierungen und sozialen Akteure, sowie am Kongress über Frauen in Führungspositionen.
Gleichstellungspolitik: Austausch von Guten Praktiken im Bereich der Rolle der Frau im ländlichen Umfeld.
> Internationaler Auftritt der Arbeitsgemeinschaft
Im Rahmen der internationalen Ziele der Arbeitsgemeinschaft setzt Katalonien die bisher geleistete Arbeit fort und wird weitere Anstrengungen zur Positionierung des Netzwerks auf europäischer und internationaler Ebene unternehmen. Konkret werden dabei drei Handlungslinien zur Stärkung der Präsenz der Vier Motoren in Europa und der Welt verfolgt.
Dynamisierung der Beziehungen zu den Vier Motoren des MERCOSUR durch das Verfolgen gemeinsamer Projekte, die Koordination von Maßnahmen und den Austausch Guter Praktiken, insbesondere in den Bereichen Wirtschaft und Umwelt.
Stärkung der Präsenz der Vier Motoren für Europa als Lobby gegenüber den europäischen Institutionen durch Maßnahmen wie gemeinsamen Treffen der europäischen Parlamentsmitglieder der vier Regionen in Brüssel, die Anbindung der Arbeit des Netzwerks an die Strategie "EU 2020" oder das gemeinsame Auftreten im Rahmen der Weltausstellung 2010 in Shanghai.
Herausstellen der Lobbyrolle der Arbeitsgemeinschaft im Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Förderung der regionalen Zusammenarbeit in Europa und auf internationaler Ebene durch Veranstaltungen wie das Seminar über Regionalregierungen: Akteure in einer multipolaren Welt. Die Erfahrung der Vier Motoren für Europa.
Am 27. Februar 2009 übernahm die Region Lombardei die Präsidentschaft der Kooperation von der Region Baden-Württemberg.
Während des politischen Treffens in Mailand verabschiedeten die Präsidenten der Partnerregionen eine Gemeinsame Erklärung, in der die Strategien der Vier Motoren für die Zusammenarbeit in den Bereichen Politik und Wirtschaft für die nächsten Jahre definiert wurden.
Als Prioritäten wurden identifiziert die Unterstützung von Forschung und Innovation, kleinen und mittelständischen Betrieben mit besonderem Verweis auf die Maßnahmen für den Zugang zu Krediten und Investitionen, Umweltschutz und Förderung der grünen Wirtschaft, Engagement für Erziehung und Entwicklung der menschlichen Ressourcen.
Die Präsidenten der Vier Motoren für Europa unterzeichneten auch eine gemeinsame Absichtserklärung zur Definition der gemeinsamen Aktivitäten im Hinblick auf die Weltausstellung in Mailand 2015 mit dem Thema „Den Planeten ernähren - Energie für das Leben“. Die Präsidenten drückten ihre volle Zustimmung aus, spezifische Kooperationen in den Bereichen Forschung und Innovation, erneuerbare Energien, nachhaltige Entwicklung sowie Ernährungskultur einzugehen.
Die Region Lombardei informierte nach dem Wechsel zur lombardischen Präsidentschaft den Vorsitzenden der Europäischen Kommission José Manuel Barroso über die gemeinsamen Petitionen.
Am 30. November 2009 traf sich die politische Task Force der Vier Motoren für Europa in Stuttgart.
Auf politischer Ebene schloss das Treffen der Task Force die Teilnahme folgender Personen mit ein: Claudio Morpurgo - Beauftragter der Region Lombardei für Europaangelegenheiten, Josep-Lluis Carod-Rovira - Vizepräsident der Region Katalonien, Jean Besson - Vizepräsident der Region Rhône-Alpes sowie Prof. Dr. Wolfgang Reinhart - Minister für Bundes-, Europa- und internationale Angelegenheiten.
Das Programm unter der Präsidentschaft der Lombardei konzentrierte sich auf folgende Bereiche:
1) Vergleich der Politiken in den Bereichen, wo die Regionen der Vier Motoren bedeutende Innovationen erzielt haben;
2) Stärkung der internationalen Zusammenarbeit der Vier Motoren;
3) Förderung der Aktionen der Vier Motoren im Kooperationsfeld Entwicklung.
>
Zusammenfassung der während des Vorsitzes der Lombardei (47.25 KB)
Baden-Württemberg hat die Präsidentschaft der Vier Motoren für Europa am 05. März 2007 von Rhône-Alpes übernommen. Bei dieser offiziellen Vorsitzübergabe bezeichneten Ministerpräsident Günther H. Oettinger und Europaminister Willi Stächele die „Vier Motoren als beispielhaft für die Entwicklung eines Europas der Regionen", von der Europa als Ganzes profitiert.
Den Schwerpunkt der künftigen Zusammenarbeit legen die Vier Motoren für Europa auf die weitere Stärkung ihrer wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und technologischen Wettbewerbsfähigkeit im Rahmen einer globalen Vernetzung. Neben dem Einsatz für ein Europa der Regionen auf der Grundlage der Subsidiarität, politischen Initiativen auf europäischer Ebene, sowie gemeinsamen Außenwirtschaftsmissionen, kommt insbesondere dem Ausbau ihrer Führungsrolle im Lissabon-Prozess Bedeutung zu.
Ziel der baden-württembergischen Präsidentschaft ist es, diese Schwerpunkte durch konkrete Projekte mit Leben zu füllen. Dazu wird die Vier Motoren-Zusammenarbeit noch stärker an der Beteiligung an europäischen Förderprogrammen ausgerichtet, insbesondere am 7. Forschungsrahmenprogramm, der INTERREG-Ausrichtung „Transnationale Zusammenarbeit", der Strukturförderung sowie im Bereich Bildung. Neben den Aktivitäten der Zusammenarbeit im Bereich der Hochschulen, der schulischen und beruflichen Bildung, der Kultur und des Umwelt- und Naturschutzes wird Baden-Württemberg eine Reihe neuer Kooperationsfelder im Bereich Kultur und Medien, des E-Governments, der Umweltbildung und der nachhaltigen Entwicklung vorschlagen.
>
Informationen über die unter dem Vorsitz von Baden-Württemberg organisierten Ereignisse (58.44 KB).